Colombo - Abschied nehmen von Sri Lanka

Sri Lanka

Mit Lampen geschmückte Bäume vor einem kleinen Tempel.

Der Tempel Gangaramaya mit den vielen gespendeten Gegenständen.

Alles ist sortiert und hinter Vitrinen ausgestellt.

Die Townhall erinnert an das amerikanische Parliament.

Der See in der Stadt.

Der Lotus-Tower sticht heraus.

Nach den erholsamen drei Tagen auf den Malediven wurde unsere Entspannung je zerschlagen. Zwei Tage in Sri Lankas quasi Hauptstadt Colombo standen an. Wir ahnten, was uns erwarten würde. Wir hörten im Verlauf der Reise von mehreren Leuten, dass sie Colombo auslassen würden, da es dort nichts Reizvolles gäbe. Und ich muss sagen, dass ich nach den tollen Malediventagen auch eher wenig Lust hatte, mir jetzt noch eine aufgeheizte, versmogte Stadt anzuschauen. Zum Glück wohnten wir bei einem eingewanderten Australier (wie man Australien verlassen kann, um in Colombo zu wohnen und sein Land, so unser Gastgeber, nicht zu vermissen, kann ich auch nicht nachvollziehen... aber jedem das seine). Er versorgte uns mit vielen Tipps, Sehenswürdigkeiten, Restaurantvorschlägen und Aussichtspunkten, sodass wir doch Hoffnung hatten. 

Pettah - Das Viertel, wo die Zeit stehen bleibt 

Los ging es bei gefühlten 34 Grad im Händlerviertel Pettah. Dieses besteht aus vielen kleinen Gassen vollgestopft mit Menschen und kleinen Shops mit Lebensmitteln oder allerlei Krimskrams. Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Menschen transportierten ihre Wäre auf dem Kopf oder zogen Karren durch die Gassen. Es war laut, es stank, war aber dennoch interessant. Denn so leben und arbeiten die Menschen hier.

 

Colombo Fort - Wolkenkratzer-Viertel

Unser Weg führte uns weiter zu dem Geschäftsviertel Colombo Fort mit seinen vielen Banken und Wolkenkratzern. Hier stehen die Twin Tower des World Trade Centers, die zweithöchsten Türme Asiens. Außerdem führt der sogenannte Galle Face Green, ein Strandabschnitt, am Meer entlang und auf der anderen Seite kann man die Hochhäuser bewundern. Aber von Grün ist hier keine Spur, weswegen der Name eventuell etwas irreführend für Leute sein könnte, die jetzt eine Wiese zum Entspannen suchen. Hier steht eine bayrische Brauerei, in der wir kühles deutsches Bier suchten und fanden und sogar mit deutschem Schlager empfangen wurden. Auf dem Weg entdeckten wir auch den See im Stadtzentrum, auf dem man auch Tretboot fahren kann. Danach hatte ich aber dann eher kein bedürfnis, nachdem ich das Gewässer vom Nahen betrachtete. Auf jeden Fall umgekippt, bei den Temperaturen und der nicht vorhandenen Pflege wohl unumgänglich. Aber der Müll darin... Der See ist vielleicht aus der Vogelperspektive eine Bereichung, aber die Wirklichkeit sieht da schon anders aus... und riecht auch anders... Gestank vom Müll und vom umgekippten Gewässer ließen uns schnell weitergehen und die Tretboote links liegen lassen.

Wertvolle Artefakte im Gangarayama Tempel

Wir schauten und noch die Town Hall an, die optisch dem Parliament der USA nachempfunden wurde und an einen schönen weitläufigen Park grenzt. Außerdem besuchten wir den letzten Tempel unserer Reise und das war wirklich etwas Besonderes, aber auf eine komische Weise. Der buddhistische Tempel beinhaltete als Museum aufgemacht alle bisherigen Sachspenden, die die Menschen dort abgaben. Ich kann es schwer beschreiben, aber die Fläche des Tempels/Museums war so riesig und jeder Centimeter war vollgestopft mit antiken, wertvollen bis unbezahlbaren Kostbarkeiten. Dazu zählten nicht nur Gegenstände, sondern auch sehr alte Fahrzeuge wie mehrere Rolls Roice und andere Marken. Schmuck, Statuen, Artefakte, Gold, Silber, Gemälde, Edelsteine, Figuren... alles, was man sich vorstellen kann. Beeindruckend, aber verwirrend. Am Abend wollten wir von einem der Hotels im Hochhaus den Sonnenuntergang anschauen, aber es war so diesig, dass man die Sonne über dem Meer nicht sah. 

Am nächsten Tag schlenderten wir nur noch etwas herum. Wir gingen zum Independence Square und in ein Café, das uns unser Gastgeber empfohlen hatte. Aber ich muss zugeben, dass irgendwie die Luft raus war. Außerdem war es unerträglich heiß und die Sonne brannte nur so auf uns herunter. 

Eine typische Sri Lanker Aktion

Am Nachmittag machten wir uns mit einem Uber auf dem Weg zum Flughafen. Hier passierte eine letzte lustige und für die Sri Lanker typische Sache: Der Fahrer fragte uns schon so seltsam nach dem Preis und Spritgeld. Wir erklärten, dass das per Kreditkarte automatisch geregelt wird. Das müsste er ja eigentlich wissen.

Ich sah von meinem Sitz aus die Tankanzeige, die auf empty schwebte und wusste sofort, was Sache war. Der Fahrer hat die gebuchte Fahrt bestätigt, obwohl er weder Benzin noch Geld für Benzin zum Tanken besaß, um uns bis zum Ziel zu bringen.

Er telefonierte dann noch aufgebracht mit dem Chef und anhand mehrerer Worte wussten wir, dass es um die Situation ging. Der Chef sollte wohl irgendwohin kommen und Geld leihen vermute ich. Das funktionierte aber nicht. Ich lachte in mich hinein. Das war so typisch. Er rollte also aus und behauptete kleinlaut, sein Auto wäre kaputt. Ich erwiderte, dass er kein Benzin hatte und ich also Bescheid wüsste über die wahren Gründe. Wir schüttelten nur den Kopf, stiegen aus und riefen ein neues Uber.
Damit erreichten wir dann auch unser Ziel den Flughafen pünktlich und traten unsere Rückreise nach Deutschland an.