AIDA - Neues Zuhause auf hoher See

AIDA Abenteuer

Die neuen Crewmitglieder beim Sicherheitstraining in Hamburg.

Es wird mal wieder Zeit für etwas ganz Neues. Das Schicksal hat entschieden oder wie ich immer sage: Es sollte so sein. Ab dem 20. Januar werde ich erst einmal für vier Monate auf Deutschlands bekanntestem Kreuzfahrtschiff arbeiten. Auf der AIDA. Wie kam es zu dieser ganz neuen Richtung?

Es ist einfach immer wieder verrückt, was eine einzige Entscheidung für oder gegen etwas das altbekannte Leben verändert, auf den Kopf stellt, in eine neue Richtung dreht und Türen öffnet oder schließt. 

Vor einem Jahr oder selbst noch vor ein paar Monaten hätte ich nicht geglaubt, dass ich nun Seefahrerin bin. Ja, so darf ich mich jetzt nach den medizinischen Untersuchungen für die Seediensttauglichkeit nennen. Angefangen hat alles als eine Art Notlösung. Nach dem Bachelor wollte ich ein Volontariat in einer der großen deutschen Metropolen bei einem der großen deutschen Unternehmen machen, aber wie sich herausstellte, ist das Erreichen dieses Ziels sehr schwierig. Also floss auch ein Teil der Kreativität für die Bewerbungsprozesse in ein Motivationsschreiben an AIDA. Plan B sozusagen. Der Jobtitel: Gastgeber. Vorher hatte ich mir schon einige Male aus Spaß vorgestellt, wie es wohl sei, so einen Job zu machen. So einen Job, bei dem man beständig unterwegs ist, arbeitet und dabei noch die Chance bekommt ab und an etwas von der Welt zu sehen. Als Flugbegleiterin, als Kreuzfahrtschiffarbeiterin... Die typischen Reiseberufe.
Im Sommer habe ich mich dann tatsächlich beworben und im Herbst wurde ich zum Assessment-Center in Hamburg eingeladen. Ich freute mich! Die Aufgabe in der Einladung lautete, dass man eine kreative Selbstpräsentation mit einem (persönlichen) Gegenstand vorbereiten solle. So auf Anhieb viel mir mein selbstgestaltetes Reisealbum meiner letzten Reisen und Städtetrips ein. Anhand dieses Buchs konnte ich mich und die relevanten Eigenschaften für den Job doch sicher gut beschreiben... Und wie ich so bin, blieb ich bei dieser ersten Idee und vollendete mein Album mit weiteren Bildern, Sprüchen, Aufklebern... Die Zeit bis zum Assessment-Center war noch lang. Drei Monate lagen zwischen der Einladung und dem Termin in Hamburg.

Dazwischen passierten viele Dinge. Ich schrieb meine Bachelorarbeit, beendete mein Studium, hatte andere Vorstellungsgespräche, reiste durch Sri Lanka... aber plötzlich war es soweit. 

Um vier Uhr morgens musste ich in Braunschweig starten, damit ich pünktlich um neun Uhr in Hamburg sein konnte. Was tut man nicht alles. Ich war extrem aufgeregt. Ich glaube, ich war noch nie so aufgeregt, wie an diesem Tag. Scheint ja, als wäre mir das unbewusst doch sehr wichtig gewesen. Ich redete mir aber ein, dass ich danach erst noch ein Vorstellungsgespräch führen und das Ergebnis abwarten wollte, bevor ich mich für oder gegen AIDA entscheide.Aber im Grunde genommen war meine Enscheidung von Anfang an klar. AIDA würde meine Wahl sein.

Das Assessment-Center war wirklich eine super coole Erfahrung, die ich nicht missen möchte! So viele tolle und offene Menschen auf einen Haufen habe ich noch nie getroffen (natürlich abgesehen von meinen Festivals). Alle waren freundlich und interessiert und ehrlich offen, niemand wirkte aufgesetzt. Ich fühlte mich wirklich wohl. Und ich denke, dass das ein Grund war, wieso ich genommen wurde. Ich weiß es natürlich nicht genau, aber dadurch, dass ich mich mit den anderen so gut gefühlt habe, konnte ich auch sein, wie ich bin. Ganz locker, aufgeschlossen, kommunikativ... Und nicht steif oder angespannt, sodass ich vielleicht unsympatisch gewirkt hätte. Alle Aufgaben, die wir absolvieren mussten, zielten darauf, zu prüfen, ob wir stressresistent und gleichzeitig noch teamfähig, offen, freundlich und kommunikativ waren. Ich hatte das Gefühl, dass einfach die Soft Skills getestet wurden. Was alles im Detail dahintersteckt, weiß ich natürlich nicht genau. Zwischendurch wurden immer mal wieder Leute nach Hause geschickt, die nicht in Frage kamen. Das war ein komisches Gefühl. Die Aufregung vom Anfang wurde im Laufe des Tages immer weniger. Quasi nach der Selbstpräsentation, vor der viele am meisten Respekt hatten. 

Am Ende standen 13 Leute von 30 mit einer Zusage da. Und waren überglücklich. Man fühlt sich schon ein wenig besonders, wenn man zu den "Auserwählten" gehört. Zur Feier des Tages ging es dann noch mit einer aus der Gruppe auf den Weihnachtsmarkt um mit einem Glühwein auf den Erfolg anzustoßen. 

Ich habe dann tatsächlich noch das Vorstellungsgespräch für ein Volontariat geführt, auch als Übung oder aus Neugier. Aber ich war nicht mit ganzem Herzen dabei. Wenn man so einen Tag erlebt hat, nur gute Erfahrungen gemacht hat und coole Infos über die Arbeit auf dem Schiff bekommt... dann will man sich dann dort auch beweisen und das Ganze antreten. Als Nächstes folgt jetzt eine Woche Sicherheitstraining in Hamburg mit wieder neuen Leuten, die bald alle das erste Mal aufs Schiff gehen. Ich werde berichten!