Ahoi ihr Landratten! Erste Tage auf See

AIDA Abenteuer
Beim Alpenglühn im Dirndl
Mein erster Landausflug auf Teneriffa in Santa Cruz
Botanischer Garten Santa Cruiz
Zwei meiner Gastgeber-Kollegen: David und Fabio

Endlich komme ich dazu, meine ersten Eindrücke und Tage vom Leben und Arbeiten auf der AIDA mitzuteilen. Ich kann eins sagen: es ist echt viel Neues, was man da verarbeiten muss. Es ist nicht nur viel, sondern einfach ALLES ist neu. Und das ist wirklich anstrengender als gedacht. Aber es macht auch viel Spaß. Eine echte Herausforderung eben. 

Aber von Anfang an: Ich hatte alle Dokumente zusammen, alles war gepackt und Papa hat sich in meiner Not bereit erklärt (meine Freundin Jule ist krank geworden, sonst hätte sie mich ab Braunschweig gefahren) mich zwei Stunden mitten in der Nacht von Oldenburg zum Flughafen Hannover zu bringen. Ich war nicht so aufgeregt wie gedacht, aber an der Sicherheitskontrolle, wo es dann wirklich hieß „jetzt geht es los“ kam sie dann doch. Der Flug ging nach Las Palmas Gran Canaria und dauerte fünf Stunden. Da ich schon um 6 Uhr morgens flog, hatte ich den ganzen Tag auf der Insel. Das Schiff legt nämlich erst einen Tag später ab, somit bekam ich dort eine Hotelübernachtung. Bei so einem langen Tag (ich hab nicht geschlafen, weil Papa schon um 01:30 gekommen ist), ist so ein Tag nochmal gut, bevor die neue Aufregung kommt. Ich konnte also Mittagsschlaf machen, die Altstadt erkunden, einen Aussichtspunkt besuchen und am Ende auch gut schlafen. Wie auch schon vom Flughafen wurden wir am nächsten Morgen abgeholt und zum Schiff gebracht. Wir waren fünf Leute, von denen ein Mädchen auch das erste Mal an Bord ging. Die anderen waren alte Hasen, was mir Anfangs auch einen kleinen Dämpfer verpasst hat. Denn am Flughafen waren eben nur die besagten alten Hasen und die haben keine Euphorie oder Aufregung mehr gehabt. Man hat sogar auch von ein paar Problemen gehört, die es eben gibt. 

Herzlich Willkommen an Bord!
Am Schiff wurden wir zum Crew Purser gebracht. Der hat unsere Dokumente gecheckt und uns Namensschild und Crewkarte überreicht. Herzlich Willkommen an Bord. Wir beiden Neuen wurden von jemandem aus unserer Abteilung abgeholt. Ich also von einem Gastgeber, denn das ist ja auch meine Rolle. Insgesamt sind wir fünf Gastgeber für Erwachsene und fünf für die Kinder.  Mein neuer Buddy, sein Name ist David (bitte wie Dävid aussprechen, sonst wird er sauer ;)), zeigte mir meine Kabine, wir holten meine Uniform vom Schneider und machten einen Schiffsrundgang. Natürlich konnte ich mir weder Treppenwege noch Deckpläne oder sonst was merken. Besonders im Crewbereich sieht alles gleich aus. Und wo vorne und hinten ist, weiß ich auch nicht. Das sei aber wohl normal, so mein Buddy. Ich bin ihm also immer hinterhergelaufen und habe mir angehört, was es alles zu wissen gilt. Ziemlich viel. Auch meine erste Aufgabe wurde mir bekannt geben: Da dieser Tag auch für die Gäste einen Wechsel bedeutet, kommen die neuen an. Das erste und wichtigste, was sie wissen wollen, ist, wie das WLAN funktioniert (eine sehr schwierige Angelegenheit..;)) oder ob die Kabine schon frei ist. Dafür waren wir zuständig. Ganz easy.

Übrigens: Meine Kabine teile ich mir mit einer Scoutin. Superlieb und hilfsbereit. Wir haben 8qm und ein Bad. Das ist wirklich ausreichend. Ich habe sogar
noch Platz. Ich schlafe unten im Doppelbett und wir können dieses mit einem Vorhang verschließen für mehr Privatsphäre. Da hab ich nichts auszusetzen. 
Der erste Tag beinhaltete noch abends den Sektempfang mit den Gästen, wo wir vom Entertainmentbereich auf die Bühne gehen und dann beim Satz „Sie haben Urlaub!!“ runter zu den Gästen springen und anstoßen. Der Abend endete dann gegen 2:00 Uhr, da ich noch ein Stündchen mit Kollegen in unserer Crewbar saß. 

Schlaflose Nacht in meiner Kajüte
Ich habe selten so schlecht bzw. wenig geschlafen wie in dieser ersten Nacht. Mein Körper konnte sich gar nicht entspannen, obwohl ich totmüde war. Die Vibration und die Schiffsbewegungen störten meinen Körper scheinbar, sodass er diese ständig ausgleichen wollte. Tagsüber hatte  ich gar keine Probleme, aber nach dieser Nacht (wir fuhren die Nacht Richtung Madeira) hatte ich Angst, dass das die nächsten Nächte auf See auch so sein wird (ich kann euch beruhigen: Die nächsten Nächte hatte ich dieses Problem nicht). Die ersten Tage bekam ich morgens Sicherheitseinweisungen. Die sind für alle Wiederaufsteiger und Neuaufsteiger in den ersten beiden Wochen Pflicht. Dann kam meine erste wirklich große Herausforderung: Frühshoppen im Brauhaus zusammen mit DJ Kevin und meinem Kollegen Benji. Hier musste ich noch nicht am Mikro moderieren (Gott sei Dank), sondern durfte erstmal gucken, wie das so funktioniert. Wie bringt man die Menge zum Beben und Ausflippen und so weiter. Es war, was soll ich sagen, ein Spektakel. Als wäre ich mitten auf den Wiesn im Zelt. Meine Aufgabe bestand einfach darin, mitzufeiern, anzufeuern, auf die Bänke und Tische zu gehen, zu tanzen. Und alle machten mit. Unser Durchschittsalter liegt bei dieser Reise bei 55 Jahren, aber alle feierten wie die Jungen. Das war sehr cool zu beobachten!  Nachmittags war meine erste eigene Gästebetreuung ohne einen zweiten Gastgeber an meiner Seite. Boccia spielen. Sehr unbeliebt bei den anderen, da wohl oftmals wenige Leute kommen. Mir hat es sehr gut gefallen und es waren tatsächlich acht Leute dabei. Wir spielten über das ganze Deck, blieben also nicht nur an einem Fleck. Außerdem kannte ich die Regeln nicht mehr so richtig und so spielten wir einfach, wie wir dachten, dass es richtig sein könnte. Das anstrengendste an Tag zwei war die zweite Runde Brauhaus für mich. Hier sollte laut Kollegen noch mehr HalliGalli stattfinden. Ich war wirklich totmüde, aber was willste machen. Action ist angesagt. Und ich musste dieses Mal auch selbst etwas mitmoderieren und bin da ehrlich gesagt enttäuscht von mir. Ich kann das einfach nicht vor so vielen Menschen. Man soll ja einfach nur lustige Reden und Sprüche klopfen. Aber ich bin dann weder lustig noch schlagfertig. Die Stimmung war auch erst bei weitem nicht so hoch oben wie am Vormittag, entwickelte sich aber dann dank Moderation von Benji nach oben.

Nach den ersten fünf Tagen
Im Großen und Ganzen habe ich mich schon recht gut eingewöhnt. Eingelebt würde ich noch nicht behautpen, aber es wird. Meine Orientierung verbessert sich und der Rhythmus kommt rein. An Land habe ich es noch nicht geschafft, aber für nächste Woche werde ich es mir vornehmen. Meine Aufgaben bestehen also grundsätzlich aus dem Socializen mit den Menschen bei den Events, dem Moderieren von Events und der Durchführung von Sport- und Spieletreffs. Das einzige, was ich nicht so gut finde, ist eben die Brauhausmoderation. Aber gestern durfte ich zum Beispiel beim
Offiziers-Shaken mitmoderieren. Das hat mir wiederum viel Spaß gemacht, da man hier nicht die Verantwortung für das Stimmungsbild trägt. Also ganz locker. Die nächsten Wochen kommen auch immer mal wieder neue Events, die ich kennenlernen werde. Meine Kollegen sind alle sehr offen und hilfsbereit. In den Pausen sitzt man zusammen im Crewrestaurant (Crew-Messe genannt) oder am Abend
in der Crewbar, trinkt was, unterhält sich oder feiert auch mal am Abend auf einer der Partys. Ich arbeite meistens bis 00:30/01:00 und danach bleibt man eben noch kurz auf einer der Abendevents oder geht auch einfach mal ins Bett. Die bisher coolste Party war die Silent-Disco. Wir Gastgeber teilten dort Kopfhörer aus, die von drei DJs auf drei Kanälen mit unterschiedlicher Musik bespielt wurden. So konnten alle zusammen tanzen, aber zur eigenen Musik. Jedem ist geholfen und man ist trotzdem beisammen. Tolles Konzept! Nach der Schicht konnten wir natürlich selbst auch mitfeiern. 

Ich bin gespannt, wann ich dann endgültig angekommen bin und mich eingelebt habe! Ich halte euch auf dem Laufenden.