Adaaran Prestige Vadoo Maldives - Das Leben könnte schlimmer sein

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Einblick in unseren Schlafbereich.

Der Whirlpool läd zum Entspannen ein.

Ein paar Minuten später hat der Reiher doch tatsächlich einen Fisch vor unseren Augen geangelt.

Die Malediven... Normalerweise ein Reiseziel in ferner Zukunft für mich. Und auch nur dann, wenn ich so viel Geld habe, dass ich 400-1000 Euro pro Nacht für einen Urlaub in einem Traum- und Luxusresort zahlen kann. Aber wäre es mir das wert? Ich konnte jetzt einen Einblick in diese Art von Urlaub gewinnen, ohne viel Geld auszugeben. Möglich gemacht durch die gesammelten Flugmeilen meines Reisepartners Flo. Dieser löste 75.000 Meilen gegen zwei Nächte mit Halbpension im Sechs-Sterne Resort auf der Insel Vadoo ein. Nur der Flug (187 Euro) und das Übersetzen vom Flughafen zur Insel per Speedboat (125 Euro) kamen dazu.

Natürlich kann man auch einen relativ günstigen Urlaub auf den Malediven verbringen, wenn man z.B. auf einer Einheimischeninsel in einem Guesthouse nächtigt. Hier kostet die Nacht rund 40 Euro und Mahlzeiten zwischen 8 und 15 Euro. Findet man dann noch einen günstigen Flug, kann man sich das mal überlegen.

Aber da die meisten Leute auf die Malediven fliegen, um einen richtigen Luxus- und Traumurlaub mir Rundumversorgung zu bekommen, was ich sehr gut verstehen kann, muss dementsprechend hoch auch das Reisebudget aussehen.

Unser persönlicher Butler Shiram

Als wir ankamen, gab es einen Begrüßungseistee und eine Führung über die kleine Insel. Bei 200 Metern Länge und 100 Metern Breite kann man diese innerhalb von 5-10 Minuten umrunden. Wir bekamen einen persönlichen Budler zugeteilt. Sein name ist Shiram und er ist 26 Jahre alt. Ich denke, dass er sich mit uns als Gästen sehr unterfordert fühlte, da wir ihn nie gerufen haben. Vielleicht ist er ja mit anderen Gästen fremdgegangen, um seine Arbeitszeit zu füllen. Ich fand es sehr komisch, als uns die Rezeptionistin sagte: "Und hier ist ihr Butler, er ist nur für Sie da." Ich fühlte mich wie so ein Sklavenhalter, was natürlich übertrieben ist. Aber eventuell ist sein Gehalt ja tatsächlich so klein... Weiß man´s? 

Overwater Sunset Villa

Angekommen in unserer 85 qm Overwater-Villa blieb uns erst einmal der Mund offen stehen. DAS ist Luxus. Ein riesiger Schlafbereich mit zwei Ecksofas, mehreren Schränken und einer Panoramafensterfront empfing uns. Hinter einer Wand, die man mit Schiebetüren und Fenstern aber fast komplett öffnen konnte, wartet ein Bad mit Dusche, zwei Waschbecken, einem Sofa und davor einer in den Boden gelassenen Glasscheibe mit Sicht auf die Fische und das Meer unter unserem Haus. Wahnsinn! Es gab eine kleine Eckküche mit Kaffeemaschine und Minibar und auch ein Sekt sowie Wasser wurde uns zur Verfügung gestellt. Hinter der Wohnung lag ein Whirlpool, von dem aus man durch die Wohnung bis auf das Meer schauen konnte. Vor der Wohnung auf unserer großen Terrasse befand sich ein kleiner Pool direkt über dem Meer, ein Bett, auf dem ich sogar eine Nacht unter den Sternen schlief und eine Treppe, die direkt zu den Fischen ins Wasser führte. Hier war auch endlch wider Holgers Schnorchelmaske am rechten Platz. 

Das Adaaran Prestige Vadoo Resort

Das Resort besteht aus ca. 50 Overwaterhäusern, die an einem langen Steg aufgereiht sind. Es gibt mehrere Sitzgelegenheiten auf der Insel verteilt ubd natürlich die Liegen am weißen Strand. Ein kleiner gepflegter und bunter Botanischer Garten läd ebenfalls zum Sitzen ein. Es gibt außerdem einen meiner Meinung nach sinnlosen Pool, in dem auch nie jemand schwimmt. Warum auch? Das Meer und Privatpool sind direkt vor der Nase. Ein Schnorchelverleih gibt kostenlos Equipment heraus, aber nur die alten Masken und nicht die neuen, von denen ich eine mein Eigen nennen kann. 
Im Speisebereich kann man drinnen sowie draußen sitzen und am Abend bekamen wir Live-Music von wirklich sehr sehr sehr guten Sängern. Es werden natürlich auch Trips und Aktivitäten angeboten, von denen wir uns nichts leisten können und auch gar nicht wollen. All das hätte man in Sri Lanka für ein Vielfaches weniger machen können. Tauchen, Jetski, Sunset-Cruise, Angeln...
Wir entspannten also den ganzen Tag und auch den folgenden bis 17 Uhr am Strand und auf unserer Terrasse unterbrochen von mehreren Schnorchgängen. Da ist man schon jedes Mal fast eine Stunde im Wasser und die Zeit vergeht schnell, da die Insel komplett umgeben ist von dem (kaputten) Korallenriff. 

Schnorchelerfahrungen, die ich nie vergessen werde

Ich bin mit Stachelrochen, Riffhaien und hunderten verschiedenen bunten, großen und kleinen Fischen geschwommen. Ich habe sogar eine riesige Muräne gesehen, die gerade in ihrer Ritze verschwunden ist. Vor denen grusel ich mich etwas. Schwimmt man weiter raus bis an die Riffkannte kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Was hier an Fischen lebt... Die Muster, die Farben... Das ist so faszinierend. An unserem letzten Tag ging ich natürlich auch vor unserem Check Out um 12 Uhr schnorcheln. Und ich entdeckte die scheinbar letzte verbliebene Anemone, mit den wahrscheinlich letzten zwei verbliebenen Anemonenfischen, kurz Nemos. Es ist wirkich schade, dass ich an den drei Tagen nirgends diese Tiere und ihren Lebensraum entdecken konnte. Man kann unter Wasser so weit schauen, da die Sonne das klare Wasser noch durchscheinender macht. Man weiß immer nicht, wohin man zuerst schauen soll und jedes Mal entdeckt man wieder einen neuen Fisch. Schade, dass ich keine Unterwasserkamera habe. Die Bilder wären trotz Korallenbleiche atemberaubend. 

Nachmittagsprogramm - Ganz schön viel los hier

Ab Nachmittag ging dann auch schon das Programm los. Riesige schwarze Fische werden gefüttert. Die sehen aus wie der schwarze Drache in dem Film "Drachen zähmen leicht gemacht". Dazu kamen dann Riffhaie und es gab regelrecht einen Kampf um das Fleisch. Sehr aggressiv schwammen die Tiere dort unter uns im Kreis. Nach 10 Minuten kam eine Horde von vielleicht 10-15 Stachelrochen angeschwebt. Ganz sanft glitten sie durchs Wasser und knapp an dem Fütterungskampf vorbei Richtung Meer. Sofort schwammen die anderen Fische und die Haie den Rochen hinterher - und weg waren sie. Wie komisch war das denn? Als wären die Rochen die Abholer der Anderen. 
Dann ging auch schon die Sonne unter und wir köpften am ersten Abend unseren Sekt, von dem wir ja glauben, dass er kostenlos ist. Es wird sich bei der Abrechnung zeigen. Ganz romantisch tranken wir während des Sonnenuntergangs das erste Gläschen und ließen den Whirlpool volllaufen. Als die Sonne fast weg war und der Whirlpool schön schaumig, genehmigten wir uns ein Entspannungsbad, um uns von diesem entspannten Tag zu erholen. Das Leben könnte grad schlimmer sein.

Um 19:30 Uhr ging es zum Abendessen und - was soll ich sagen - wir zelebrierten das Abendessen.

Es war deliziös, traumhaft, eine Gaumenfreude, köstlich, ein Genuss auf allen Ebenen - einfach in allen fünf Gängen ein Leckerbissen! Der Koch hat meinen Respekt.

Auch der zweite Abend ließ keine Wünsche offen. Das Dinner war köstlich! Vorher gab es sogar eine Cocktailparty, bei der man eine Auswahl von vier Cocktails, Bier und Fingerfood umsonst bekam. Da haben wir uns ein paar der Drinks genehmigt. Das Fingerfood bestand aus kleinen verschiedenen Häppchen und ich kann es nciht anders sagen: Auch diese waren unfassbar lecker. 

Balance is the key - Luxus und Low Budget

Dieser dreitägige Ausflug auf eine von den über Tausend Inseln in ein Luxusresort hat sich defintiv gelohnt und ich werde es nie vergessen. Allerdings sind für mich drei Tage auf jeden Fall genug. Denn sooo viel gibt es hier dann nicht zu tun. Und ich bin nicht der Typ, der viele Tage nur am Strand liegen kann, durchbrochen von essen und trinken. Vielleicht sieht das noch anders aus, wenn man viele der teuren Aktivitäten unternehmen kann. Aber da mache ich dann tatsächlich für das gleiche Geld lieber eine vierwöchige Reise und genehmige mir ein paar wenige Luxustage.

Ich bin sehr sehr dankbar für die Zeit auf Vadoo und allgemein dafür, dass ich überhaupt so eine lange Reise durch Sri Lanka machen kann. Zum einen haben wir Deutschen mit den besten Reisepass der Welt, der ein großes Privileg und Türenöffner in andere Länder ist. Und zum anderen bin ich dankbar, dass ich finanziell dazu in der Lage bin, soetwas erleben zu dürfen.